Vita

Die vier jungen Musikerinnen sind seit mehr als sechs Jahren als Streichquartett vereint. Zu Beginn ihres Studiums haben sie sich formiert, seither an ihrer Leidenschaft für das Quartett festgehalten. Für das Pierrot Quartett ist der Namensgeber die ambivalenteste Figur im Theater – der stumme Clown, Sinnbild einer schier unendlichen Bandbreite von Emotionen. Eigentlich keck, frech und fröhlich, schlummert auch Trauer in jedem aufgemalten Gesicht. Die Gefühle irisieren ohne Worte. Und so will auch das Pierrot Quartett Menschen ganz ohne Worte, durch die Musik, emotional erreichen. In ihrer Gründungsphase wurden die vier durch Igor Strawinskys Zyklus „Trois pièces pour quatuor à cordes“ inspiriert, einem musikalischen Abbild des Clowns „Little Tich“. Es war Liebe auf das erste Spiel.
Vier verschiedene Horizonte und vier unterschiedliche musikalische Heimaten prägen das Pierrot Quartett. Ihr Repertoire ist breit aufgefächert, denn der Reiz, mit unterschiedlichen Erfahrungshorizonten, neuen Stücken, neuen Ideen und Visionen immer wieder frisch zusammen zu kommen, verhindert Stillstand und ermöglicht Entwicklung. Seien es Jörg Widmann, György Kurtág, Wolfgang Amadeus Mozart oder Ludwig van Beethoven: Verrückt sind die Musikerinnen nach dem Charakter der Stücke, nach dem Klang, der Balance und den Brüchen.
Und diese Zusammensetzung führt sie immer wieder zu Erfolgen: Preise und Wettbewerbserfolge bestätigen ihren Mut zum Risiko, ihre Disziplin und ihren klanglichen Charakter. So gewannen sie 2012 den 1. Preis des Carl-Wendling Kammermusikwettbewerbs, 2016 den 1. Preis der Lions Clubs Stuttgart, 2017 den 2. Preis beim International Orlando Chamber Music Competition in den Niederlanden und waren Semifinalisten beim Internationalen Mozartwettbewerb für Streichquartett 2014 in Salzburg und dem Gianni Bergamo Classic Music Award in Lugano 2015. Als Stipendiat der Volksbank Stuttgart und der Gert Volker Dill-Stiftung wurde das Quartett jahrelang intensiv gefördert.
Im Zentrum steht seit Beginn die Konzerttätigkeit, die Pierrots streben eine enge Bindung zum Publikum an. Ob im Mozarteum Salzburg, beim Trondheim International Chamber Music Festival, dem Davos Festival, im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, der Residenz Würzburg, dem Maison Heinrich Heine Paris, in St. Severin Keitum, bei den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker, der Akademie Schloss Solitude Stuttgart, den Gammertinger Schlossfestspielen oder den Jazz- und Klassiktagen Tübingen – die Auftritte der vier Musikerinnen lösen Begeisterung und Neugier auf mehr im Publikum aus.
In persönlichen Arbeitsphasen mit erfahrenen Quartettexperten suchen sie den Austausch, sind begierig nach immer neuen Impulsen und Erkenntnissen. Zu ihren Lehrern gehören Persönlichkeiten wie die Professoren Gerhard Schulz und Hatto Beyerle (Alban Berg Quartett), Stefan Fehlandt (Vogler Quartett), Oliver Wille (Kuss Quartett) – bei dem sie derzeit an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover studieren, Pierre Colombet (Quatuor Ebène), Eberhard Feltz und Donald Weilerstein.